Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.

Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.

Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.

Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.

Newsfeed-Generator

HTML5 Animationen – einfach mit Purple

Powerbook Blog - 3 Februar, 2012 - 23:05

Mein Kumpel Hanno hat mir Purple zum Erstellen von HTML5-Animationen empfohlen. Muss ich mir unbedingt mal genauer ansehen.

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Vor der Kälte sind alle gleich

BILDblog - 3 Februar, 2012 - 19:45

Kaum einer hätte noch damit gerechnet, aber jetzt ist der Winter doch noch da. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Osteuropa, wie die "Tagesthemen" gestern berichteten.

Da ist der Mann in Tschechien, der morgens eine halbe Stunde länger schlafen kann, weil er seinen Weg zur Arbeit über einen gefrorenen Stausee abkürzt. Ein Sachse erklärt, es sei nun mal Winter, kein Sommer, und konfrontiert den Reporter mit der Frage, ob ihm etwa kalt sei. Tausende haben in Osteuropa keine warme Unterkunft, weil die Stromleitungen kollabieren und die Wasserrohre bersten.

Und auch dafür ist noch Zeit beim Osteuropa-Hopping:

Eine Streife der ukrainischen Miliz in einem Park der Hauptstadt Kiew. Bis unter Minus 33 Grad sind die Temperaturen vergangene Nacht gefallen. Er ist froh, diese Nacht überlebt zu haben — in einem Zelt: Walordimir, 41 Jahre alt. 40.000 Menschen leben in der Ukraine derzeit in Notunterkünften, weit über 100 Menschen sind in Osteuropa bereits erfroren.

Das alles mag stimmen, aber es gibt da ein Problem mit der "Streife der ukrainischen Miliz":

Auf den Westen der Männer steht "Straż Miejska", was Polnisch ist und "Stadtpolizei" bedeutet. Polnische Polizisten im Einsatz in Kiew?

Kai Gniffke, Chefredakteur von "ARD Aktuell", erklärt dazu auf unsere Anfrage:

Uns hat auch bereits ein Zuschauer auf die ukainische Miliz in polnischer Uniform aufmerksam gemacht. Unser Prag-Korrespondent hatte gestern den Beitrag über die Kältewelle in Osteuropa gemacht. Dabei bekam er Material vom MDR in Leipzig zugespielt. Bei der Bearbeitung des Materials hat er dann die sogenannten "Dope-Sheets" verwechselt d.h. die Listen, auf denen vermerkt ist, wo welches Material wann gedreht wurde. Und obwohl er als gebürtiger Sorbe die slawischen Sprachen ganz gut kennt, sind ihm die "polnischen Ukrainer" leider nicht aufgefallen. Und in der Endkontrolle bei uns ist es eben auch nicht aufgefallen. Polen und die Ukraine richten zwar gemeinsam die EM aus, aber die Ordnungshüter treten nach wie vor in unterschiedlichen Uniformen auf – das ist uns jetzt ein für allemal klar.

Mit Dank an Christian L.

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"Du hast dich nicht verändert, Norbert"

BILDblog - 3 Februar, 2012 - 15:14

Moritz von Uslar hat sich für die "Zeit" gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Jungen Union, Philipp Mißfelder, Helmut Dietls neue Gesellschaftssatire "Zettl" angesehen, damit Mißfelder ihm anschließend berichtet, wie realistisch der Film die Verstrickungen von Politik und Journalismus in Berlin porträtiert.

Zwar erzählt der langjährige Jungpolitiker nicht so viele Anekdoten, wie sich der Leser (oder von Uslar) das vielleicht erhofft hatte, dafür spielt Norbert Körzdörfer in dem Text eine größere Nebenrolle:

Norbert Körzdorfer, Gesellschaftskolumnist der Hauptstadt, der für die Bild-Zeitung die großen Stars interviewt, die Tom Cruise, George Clooney und Til Schweiger heißen, und diese stets so porträtiert, als träfe er nach langer Zeit einen guten, alten Freund wieder (Norbert: "Du bist älter geworden, Tom", Tom: "Du hast dich nicht verändert, Norbert"), dieser Norbert Körzdorfer (schulterlanges, weißes Haar, Kaschmirmantel) hat gleich vier weibliche Begleitungen dabei und stellt sie der sehr jungen Dame vor, die an einem Ecktisch vor einem aufgeklappten Computer sitzt und in Berlin als It-Girl bekannt ist oder einfach als gut gekleidetes, sehr süß aussehendes Mädchen, das mehr als dreitausend Facebook-Freunde hat.

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Offenbarungseid, Südsudan, Latzhosen

BILDblog - 3 Februar, 2012 - 09:54

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. "Unverzichtbare Lichtgestalten"
(carta.info, Vera Bunse)
Vera Bunse über die Neigung der Medien zur Personalisierung im Politikjournalismus. Selbst wenn sich neue Kräfte wie die Piratenpartei explizit dagegen wehren, versuchen die Medien, sie in die bestehenden Verhältnisse zu pressen: "Journalisten hätten auf die Neulinge mit neugierigen und interessanten Fragen reagieren können. (…) Stattdessen gab es aufgeregtes Geschnatter über Latzhosen und Palitücher, die Unkenntnis der Höhe der Verschuldung des Landes Berlin und die Tatsache, dass dank der lustigen Rampensau Christopher Lauer tatsächlich in einer Talkshow gelacht wurde."

2. "Keine Angst: wir sprechen Deutsch!"
(publikative.org, Sheila Mysorekar)
"Jeder fünfte Mensch in diesem Land hat Migrationshintergrund, aber nur jeder 50. Journalist", stellt Sheila Mysorekar fest. "Und Ausländer sprechen halt kein Deutsch, das weiß ja jeder. Im Laufe meines Lebens ist mir buchstäblich schon Tausende Male gesagt worden: 'Sie sprechen aber gut Deutsch!' Darauf antworte ich gerne: 'Ich wünschte, ich könnte das auch von Ihnen behaupten!'"

3. "Die Doppelmoral der Medien in der Wulff-Affäre"
(danielflorian.de, Ulrich Hottelet)
Ulrich Hottelet erinnert daran, dass Anfang Januar im Südsudan mehr als 3000 Menschen getötet wurden. "Ein derart hoher Verlust von Menschenleben verursachte in den Medien und in der Öffentlichkeit nicht einmal den Bruchteil des Furors, den die Umstände eines Hauskaufs in Niedersachsen hervorgerufen haben. Da ist die Frage nach den Maßstäben, die in der Bewertung angelegt werden, überfällig."

4. "Verdrehte Welt"
(freitag.de)
Sieben Kulturschaffende leisten Offenbarungseide. Nicht nur die Politik werde vom Geld regiert, auch der Kulturbetrieb sei "natürlich verführbar".

5. "The Washington Post tries a new weapon to fight the trolls: humans"
(niemanlab.org, Andrew Phelps, englisch)
Journalisten, die sich einbringen in den Kommentarspalten der eigenen Artikel: "By getting involved, reporters can also help fend off rumors, speculation, and flame wars."

6. "Interview with a hoaxster: How I fooled the Daily Mail with fake pic"
(poynter.org, Craig Silverman, englisch)
Craig Silverman befragt Jody Kirton, der zu einer Falschmeldung beigetragen hat: "I don’t have any regrets in doing this, I feel it has proved how a joke between friends can make national news almost!"

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Vaterfreuden

Powerbook Blog - 2 Februar, 2012 - 22:53

Nachwuchs 1.0 sitzt neulich am Abendbrotstisch und sagt: “Ich habe für mein Projekt in der Schule eine Powerpoint-Präsentation erstellt.” Ok. Klar, sicher. Das Kind hat mal das Icon gestartet und ein bisschen rumgespielt. “Wollt Ihr die mal sehen?” Ja, klar. Wollen wir. OK, ich setze mein bestes väterliches Lächeln auf und versuche, stolz auszusehen.

Dann klickt das Kind die Folie (ja, es sind mehrere und sie haben unterschiedlichen Aufbaustufen und Elemente) und ich muss mich eher konzentrieren, dass mein Kiefer nicht die ganze Zeit runterklappt. Ich habe dem Nachwuchs nichts gezeigt. Ganz allein hat das Kind eine prima Präsentation zusammenheklickt.

Verdammt, bin ich stolz! Mein Kind! Ha!

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Graphic Converter

Powerbook Blog - 2 Februar, 2012 - 19:02

In der aktuellen Ausgabe der MacWelt ist eine Vollversion des Graphic Converter 6.7 enthalten. Früher war der ja mal bei OSX immer mitinstalliert. Irgendwann dann nicht mehr. Ich fand den eh etwas sperrig, aber für umsonst (aka 5,90 €), …

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Stand der Technik

Powerbook Blog - 2 Februar, 2012 - 18:51

Ich finde dieses Video höchst interessant. Es ist auch schwierig, jemanden dazu zu bewegen es zu sehen, um dann zu verstehen, worum es geht. Wer die 30 Minuten Zeit hat und bereit ist, sich darauf einzulassen, der sollte nicht weiterlesen.

So, keine Zeit, huh? Der Film ist trotzdem sehenswert. Es zeigt, wie einfach wir heute mit Filmen/Bildern zu manipulieren sind (in dem Fall einfach bei Minuten 20 einsteigen). Und es macht mir schon ein bisschen Angst, weil man sich nach dem Betrachten des kompletten Filmes einfach hilflos fühlt. Hilflos, weil einem klar wird, wie einfach man heuer zu manipulieren ist und wie weit die Technik mittlerweile ist, so dass eigentlich jeder einigermassen begabte Computer-Anwender die Wahrheit der Bilder vollkommen manipulieren kann.

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Tausendmal Du

BILDblog - 2 Februar, 2012 - 18:47

Sie können es dieser Tage überall lesen: Das Soziale Netzwerk Facebook will an die Börse.

Die Nachrichtenagentur Reuters schreibt über Facebook-Gründer und -Chef Mark Zuckerberg:

Zugunsten des Börsengangs will Zuckerberg beim Gehalt erst mal zurückstecken. Ab 2013 soll dieses effektiv nur noch bei einem Dollar jährlich liegen, hieß es in den Börsenpapieren. Derzeit betrage das Grundgehalt rund eine halbe Milliarde Dollar.

Eine halbe Milliarde Dollar Jahresgehalt — das wäre verdammt viel Geld für einen einzelnen Mann. Zehn Prozent dessen, was der Börsengang Facebook einbringen soll.

Tatsächlich lag Zuckerbergs Gehalt im vergangenen Jahr deutlich darunter, wie aus dem Börsenkatalog von Facebook hervorgeht:

Eine halbe Million. Aber um den Faktor 1.000 kann man sich ja mal vertun — so wie sueddeutsche.de, wo es heute heißt, Facebook habe "mehr als 800 Milliarden Nutzer". Also etwa 114 Mal so viele wie die Erde Bewohner.

Das lässt sich nicht mal mehr mit den sonst üblichen Übersetzungsfehlern erklären.

Mit Dank auch an André G.

Nachtrag, 20.18 Uhr: sueddeutsche.de hat sich transparent und unter Verweis auf BILDblog.de korrigiert.

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Rudelbloggen

Powerbook Blog - 2 Februar, 2012 - 18:32

Aha. Durchaus interessant: Rudelbloggen via RobertBasic@FB

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Unschuldsvermutung, Chong Tese, Affektsucht

BILDblog - 2 Februar, 2012 - 09:54

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. "Journalistisches Feingefühl vs. rechtliche Korrektheit"
(medien-monitor.com, Sophie Mono)
Der Zustand der Gerichtsberichterstattung in Deutschland. Rechtsanwalt Michael Schmuck: "Früher sind Journalisten freiwillig aus dem Gerichtssaal gegangen, wenn es um intime Details ging. Heute wollen viele von ihnen extra dann drinnen bleiben."

2. "Sextremistinnen"
(heise.de/tp, Peter Mühlbauer)
Peter Mühlbauer macht darauf aufmerksam, dass die Zeitschrift "Emma" das Wort "Unschuldsvermutung" als "Unwort des Jahres" vorschlägt. "Die Unschuldsvermutung ist eine der tragenden Säulen jedes Rechtsstaats. Wer sie ablehnt, der kann schwerlich argumentieren, auf dem Boden des Grundgesetzes zu stehen."

3. "Wo kommen diese kreischbereiten Dinger her?"
(berliner-zeitung.de, Carmen Böker)
Carmen Böker schaut die VOX-Sendung "Das perfekte Model": "Wer sich eher nach innen freut, wenn ihm etwas gelingt, der hat im affektsüchtigen Privatfernsehen nichts verloren."

4. "Kurzer Einwurf: Theaterkuchen"
(spox.com, donluka)
Fußball: Donluka befasst sich mit den Spekulationen der Boulevardzeitungen um den neuen Stürmer des 1. FC Köln: "Herzlich willkommen, lieber Chong Tese! Ich hoffe, Du liest keine 'Zeitungen' und schießt im ersten Spiel ein schönes Tor und zeigt es damit allen Superklugen, Stimmungsmachern und Stammtischbrüllern."

5. "Liebe Zeitung, so wird das nichts"
(streim.de)
Andreas Streim kommentiert eine ganzseitige Anzeige von die-zeitungen.de (dahinter steht die Zeitungs Marketing Gesellschaft in Frankfurt).

6. "Kann man so sagen"
(hermsfarm.de)
Was nach der ersten Folge von "Shit Girls Say" folgte.

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Bomben-Symbolfoto

BILDblog - 1 Februar, 2012 - 19:22

Nächstes Jahr trägt Marseille den Titel "Kulturhauptstadt Europas", aber so richtig super ist die Lage in der Stadt nicht, weiß die "Süddeutsche Zeitung", die sich schon jetzt dort umgesehen hat:

Die Großsiedlungen aus den sechziger Jahren sind teilweise zu Geisterstädten verkommen, in denen der Drogenhandel blüht und die Polizei sich nur noch mit Verstärkung bewegt. Der Rückgang des Industrie- und Hafenbetriebs hat die Arbeitslosigkeit erhöht. Die Hälfte der Haushalte ist nicht einkommenssteuerpflichtig, ein Drittel der Einwohner lebt an der Armutsgrenze, jeder zehnten Familie fehlt ein Elternteil. Marseille ist zwar die größte, zugleich aber die ärmste unter Frankreichs Regionalmetropolen.

Bei sueddeutsche.de sieht das etwa so aus:

Es mag sein, dass sich die Polizei "in Teilen der Stadt, in denen der Drogenhandel blüht", "nur noch mit Verstärkung" bewegt — doch das Bild ist ziemlich ungeeignet, das zu illustrieren: Die abgebildeten Polizisten begleiten die Evakuierung von mehr als 4.000 Einwohnern anlässlich der Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbomber aus dem Zweiten Weltkrieg vor zwei Wochen.

Mit Dank an Simon Sch.

Nachtrag, 2. Februar: sueddeutsche.de hat das Foto samt Bildunterschrift entfernt und folgenden Hinweis unter den Artikel gesetzt:

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Fassung des Textes war ein Foto dargestellt, das französische Polizisten in Marseille zeigt. Die Bildunterschrift erweckte den Eindruck, dass die Beamten aus Sicherheitsgründen in Gruppen unterwegs seien. Tatsächlich begleiteten die abgebildeten Polizisten die Evakuierung von mehr als 4.000 Einwohnern anlässlich der Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbomber aus dem Zweiten Weltkrieg. Dank bildblog.de haben wir diese irreführende Berichterstattung berichtigen können, indem wir das Foto entfernt haben.

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Muss 'ne Frau zum Arzt

BILDblog - 1 Februar, 2012 - 13:09

"Nicht schlecht!", ruft der gut gelaunte Off-Sprecher bei Bild.de aus.

"Nicht schlecht!", staunen die Insassen dieses Autos an der Ostküste der USA. Ein PKW fährt in halsbrecherischem Tempo auf dem Mittelstreifen der Autobahn 81 — und das trotz hohen Schneeaufkommens.

Warum der oder die Fahrerin nicht einfach langsam auf die Fahrbahn wieder auffährt, ist unklar.

Auch wenn der Blinker bereits gesetzt ist: Geändert wird die Richtung nicht. Sehr zur Belustigung der anderen Verkehrsteilnehmer.

Warum der oder die Fahrerin nicht einfach langsam auf die Fahrbahn wieder auffährt, mag vielleicht für Bild.de "unklar" sein. ("Unklar" ist journalistendeutsch für: "um das womöglich herauszufinden, hätten wir länger als dreißig Sekunden recherchieren müssen".) Aber die Reporter vom lokalen TV-Sender abc27 haben es bereits vergangenen Dienstag erklärt, einen Tag nach Veröffentlichung des Videos auf YouTube:

Chief Mike Fife von der Feuerwehr in Paxtonia erzählte abc27, die 61-jährige Frau habe einen Diabetiker-Notfall erlitten.

"Ich würde es so ausdrücken: Das Licht ist an, aber es ist niemand zuhause. Das heißt, Deine Augen sind offen, Du bist hellwach, aber Du verstehst nicht, was um Dich rum los ist", sagte Fife. "Dem Video nach zu urteilen, muss genau das passiert sein."

Die Frau wurde ins Community General Hospital gebracht, wo sie Montagabend noch blieb.

(Übersetzung von uns.)

Ein medizinischer Notfall, gerade noch mal gut gegangen.

Oder, wie es Bild.de begeistert ausdrückt: "einfach irre!"

Mit Dank an Sebastian.

Nachtrag, 15.42 Uhr: Auch t-online.de zeigt das Video mit einem launigen "Unklar"-Kommentar:

Der Grund für den Offroad-Abstecher bleibt unklar. Vielleicht ist ihr ja einfach nur langweilig — und das Springen über die kleinen Hügel macht sicherlich eine Menge Spaß.

Mit Dank an Sascha K. und Wolfgang.

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Stauffenberg, Privatdetektive, Ö1

BILDblog - 1 Februar, 2012 - 09:54

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. "Die Schutzmechanismen haben versagt"
(journalist.de, Hans Hoff und Matthias Daniel)
In einer lesenswerten Nachbetrachtung der Causa Wulff kritisiert Friedrich Küppersbusch die FAZ und die SZ und nennt "Bild"-Chefredakteur Kai Diekmann den "Stauffenberg der Pressefreiheit". "Ein Chefredakteur, der noch nie einen erbosten Politiker am Telefon hatte, muss sich fragen: Was habe ich falsch gemacht? Diese ganze Wehleidigkeitsnummer kotzt mich an. Es ärgert mich, dass alle sagen: Oh, Herr Diekmann hat einen erbosten Anruf entgegennehmen müssen. Amnesty! Anstatt zu sagen: Na klar, wir alle bekommen ständig diese Anrufe. Das ist unser Job. Wir kriegen das bezahlt."

2. "Schnüffeln mit Privatdetektiven"
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Setzen Schweizer Redaktionen Privatdetektive ein? Der Ringier-Verlag antwortet so: "Zur Tätigkeit der Redaktion und insbesondere zum Einsatz von Privatdetektiven gibt die Blick-Gruppe keine Auskünfte."

3. "Kampf gegen den Abwahnwahn"
(berliner-zeitung.de, Simon Hurtz)
Für Frühjahr 2012 ist die Gründung eines Vereins geplant, der Blogger und freie Journalisten gegen Abmahnungen mit überzogenem Streitwert schützt. "Die vier Gründungsmitglieder haben reichlich schlechte Erfahrungen gesammelt. Stefan Aigner stritt sich mit dem Bistum Regensburg, Hubert Denk mit einem Passauer Klinikbetreiber, Peter Posztos bekam zweimal Brief vom Anwalt, und Hardy Prothmann hat gerade seine elfte Abmahnung mit dem Berliner Grünen-Politiker Hans-Christian Ströbele ausgefochten – der zog zurück, nachdem intensiv berichtet worden war."

4. "ORF: 'Ein Balanceakt am sozialen Abgrund'"
(kurier.at, Anna Gasteiger und Barbara Mader)
Zwei freie Mitarbeiter von Ö1 legen ihre Einkünfte offen.

5. "Sorgen um den Journalismus überhaupt"
(meedia.de, Alexander Becker)
"Tendenziell lässt sich der Online-Journalismus nicht vom Print-Journalismus unterscheiden", sagt Wolf Schneider, Mitautor des Buchs "Das neue Handbuch des Journalismus und des Online-Journalismus".

6. "Warum es albern ist, gegen die Facebook-Timeline zu rebellieren"
(fudder.de, Manuel)
Die Proteste gegen die neue Timeline von Facebook führen nicht zum Ziel, glaubt Manuel, denn Facebook sei monarchisch organisiert, nicht demokratisch: "Facebook ist ein Königreich, auf dessen Thron ein 27-jähriger Nerd namens Mark sitzt. In seine Knechtschaft haben sich seit 2004 mehr als 800 Millionen Menschen begeben – nennen wir sie Bauern. Dies haben sie aus freiem Willen getan, wahrscheinlich, um Freiheit zu erlangen."

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Zitat des Tages

Powerbook Blog - 1 Februar, 2012 - 07:37

Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.

Marlon Brando via Universitätsbibliothek HSU Hamburg

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Jauch Beine Po

BILDblog - 31 Januar, 2012 - 17:57

Da Bundespräsident Christian Wulff in den letzten Monaten herbe Imageverluste erleiden musste, dürfte Günther Jauch endgültig der unangefochtene Lieblingsschwiegersohn der Deutschen sein.

Insofern passt es gut, dass Bild.de die besorgte Schwiegermutter gibt und heute entsetzt meldet:

Das ist ja (k)ein dickes Ding!

Am Montagabend trat Günther Jauch (55) bei "Wer wird Millionär" den ultimativen Gewichtstest an, nachdem ein Kandidat in der letzten Sendung Jauchs Aussage angezweifelt hatte er wiege 78 Kilo. Vor einem Millionenpublikum krabbelte Jauch auf die Waage und überraschte mit deutlich weniger Gewicht auf den Rippen!

(…) der Moderator (…) zog die schnieken Schuhe aus, stakste auf die mitgebrachte Waage und überraschte mit einem mageren Ergebnis. Nix da 78 Kilo – sein Gewicht pendelte sich nicht ein und schwankte um magere 75,8 Kilogramm – inklusive Anzug und Wäsche! Das entspricht bei einer Größe von über 1,90 nur einem Bodymaß-Index von über 20 – Medizinisch bedenklich!

"Medizinisch bedenklich" ist nicht Jauchs Gewicht, sondern allenfalls der geistige Zustand der Redaktion von Bild.de. Zwar liegt Jauch tatsächlich bei einem Body-Mass-Index um die 20, doch das ist absolutes Normalgewicht für einen Mann seiner Größe. Immerhin liegen "normalgewichtige" Menschen bei Werten zwischen 18,5 und 25. Jauch dürfte bei seinem Gewicht sogar um die zwei Meter groß sein, ohne auch nur als "leicht untergewichtig" zu gelten — oder er dürfte mit seinen über 1,90 Meter Körpergröße ohne weiteres fünf Kilogramm weniger wiegen.

Aber wie schrieb schon die Entertainmentlegende Bild.de?

The show must go on, auch wenn man sich mal irrt

Mit Dank an Dennis M. und Jens.

Nachtrag, 1. Februar: In der gedruckten "Bild" ist die weltbewegende Nachricht über Günther Jauchs Gewicht heute schon etwas vorsichtiger als Frage formuliert. Außerdem hat der Moderator ein zusätzliches Kilogramm spendiert bekommen:

Und anstatt einfach zu behaupten, Jauchs Gewicht sei "medizinisch bedenklich", hat "Bild" sogar einen richtigen Mediziner zu Wort kommen lassen:

Zu wenig für sein Alter? Sportarzt Dr. Roland Kretsch (Bochum): "Nein. Herr Jauch scheint mir gut trainiert. Wer viel schwimmt, Rad fährt und joggt, hält den Stoffwechsel unter Dampf. Körperlich ist er locker zehn Jahre jünger."

Auch der Artikel auf Bild.de wurde ohne jeden Hinweis angepasst, die Worte "medizinisch bedenklich" entfernt.

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Die Toten auf der letzten Seite

BILDblog - 31 Januar, 2012 - 16:19

Das Leben von Klatschreportern ist offenbar härter als bisher angenommen. Über manche Themen wollen diese … äh: "Journalisten" nämlich gar nicht schreiben, sie werden von unbekannten Mächten quasi dazu gezwungen. Und damit meinen wir noch nicht mal jene B- bis F-Prominenten, die dem Vernehmen nach immer wieder in den Redaktionen anrufen und fragen, ob man da nicht gemeinsam mal wieder "was machen" könnte.

Aber sprechen wir erst mal über diesen Brief an die "lieben Leser":

Da hat also ein heute 88-jähriger Mann seine Memoiren geschrieben, in denen er behauptet, als Callboy mit Hollywood-Größen und anderer Prominenz geschlafen zu haben. Die angeblichen Kunden sind mittlerweile alle tot, weswegen sie sich, wie Yvonne Beister richtig bemerkt, vermutlich im Grabe umdrehen und sich nicht mehr gegen die Behauptungen wehren können.

Insofern muss es die um Diskretion und das Wohlergehen der VIPs besorgte Yvonne Beister schwer gewurmt haben, auf ihrer "letzten Seite" berichten zu müssen, wie "JETZT" "das dunkelste Geheimnis der Traumfabrik" gelüftet wird:


Aber wahrscheinlich ging es ihr und ihrem "Letzte-Seite-Team" da wie den Toten: Sie konnten sich nicht wehren.

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Was geht los darein ???

Powerbook Blog - 31 Januar, 2012 - 14:38

Hihi. Schuldig!

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Blogger Auto Award

Powerbook Blog - 31 Januar, 2012 - 14:17

Schon Idee – Deutsche Auto-Blogger organisieren sich und vergeben zusammen den Blogger Auto Award 2012 via Rivva

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Bielefeld, Netzgemeinde, Schloss Bellevue

BILDblog - 31 Januar, 2012 - 09:54

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an 6vor9@bildblog.de.

1. "Mythos Bielefeld"
(dradio.de, Audio, 54 Minuten)
Ursprünge, Muster und Folgen von Verschwörungstheorien (mp3 / Text / Text als PDF).

2. "Das Handelsblatt – der Boulevard-Troll"
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer reagiert auf einen Gastkommentar des Politikers Ansgar Heveling, der derzeit "die Netzgemeinde" anregt. "Der Abdruck des unfassbar dummen Textes von Heveling ist nichts anderes als der Versuch des Handelsblattes, die Klick-Zahlen nach oben zu treiben und einen leider absehbaren Shitstorm zu erschaffen." Siehe dazu auch Lukas Heinser in "Es ist das Bildblog. Jemand muss es machen": "Ich möchte mich nicht mehr über Dinge aufregen, die fünftklassige Politiker gesagt haben und die eh nie Gesetz werden. Diese ganze Empörungsmaschinerie, die dann aber trotzdem bei Twitter und den ganzen Blogs durchläuft, fand ich einfach zu anstrengend."

3. "Kleiner Faktencheck"
(absolutobsolet.blogspot.com)
Fünf Fehler in einer Bildunterschrift eines Bild.de-Artikels über Achterbahnen entdeckt das Blog "absolut obsolet".

4. "Der Schlosshund heult eins weiter"
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer erklärt den Unterschied zwischen Schloss Bellevue und dem Bundespräsidialamt.

5. "Welcher Mann darf’s sein?"
(faz.net, Jörg Thomann)
Textbausteine für einen individuell gestalteten Beitrag zur aktuellen Geschlechterdebatte.

6. "Iran feiert, seit 20 Jahren kurz vor Fertigstellung von Atombombe zu stehen"
(der-postillon.com, Satire)

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Ich glaub, mein Hamster bohnert!

BILDblog - 30 Januar, 2012 - 17:37

Im vergangenen November wurde Dortmund von etwas erschüttert, das die Lokalpresse als "handfesten Pädagogik-Skandal" und "Psychoterror" bezeichnete — oder schlicht als "Hamster-Affäre".

Die "Westfälische Rundschau" fasste die Ereignisse damals so zusammen:

Auslöser für den Vorgang, der auch die Bezirksregierung in Arnsberg beschäftigt, war die Bitte einer Lehrerin an der [...]-Realschule im Ortsteil [...] am ersten Tag nach den Sommerferien, die Kinder sollten doch am nächsten Tag etwas mitbringen, was ihnen besonders am Herzen liegt.

Carina, neu in der Stadt und und neu an der Schule, fragte, ob sie auch ihren Goldhamster Attila mitbringen könne, wie sie es an der Grundschule auch schon getan habe. Die Antwort der Lehrerin "Das halte ich für keine gute Idee" verstand das Kind nicht als Absage. Als die Zehnjährige am nächsten Tag das Tier in einem so genannten Race-Ball, einem handelsüblichen runden Laufball für Hamster mitbrachte, nahm das Verhängnis seinen Lauf.

Für das "Verhängnis" hatte die "WR" einen Kronzeugen, den Patenonkel der kleinen Carina. Die sei "sofort von der Lehrerin als Tierquälerin beschimpft worden", erzählte der Mann der Zeitung.

Und weiter:

Die irritierte Nachfrage des Kindes, sie habe doch den Hamster tags zuvor angekündigt, habe die Lehrerin mit den Worten quittiert: "Du bist genauso verlogen wie dein Bruder."

Die Zehnjährige sollte daraufhin ihre Sachen packen und den Unterricht verlassen. "Carina hatte noch kein Schokoticket und kannte nicht mal den Fußweg nach Hause", erläutert [D.] die prekäre Situation des Kindes, das eigentlich nach Schulschluss mit dem großen Bruder heimfahren sollte. Ein Weg, der über 6,5 Kilometer zu Fuß zunächst an verkehrsreichen Straßen, später durch einsamen, dichten Wald führt. Einmal versicherte sich das Mädchen bei einem Taxifahrer, dass es noch auf dem richtigen Kurs sei. "Absolut unverantwortlich", kommentiert der Patenonkel den Rausschmiss der Lehrerin.

Es waren schwere Vorwürfe, die der Mann gegen die Lehrerin erhoben hat und die sich die "WR" zueigen machte. Doch damit nicht genug:

Doch damit nicht genug. Am nächsten Tag wurde es erst richtig perfide. Die Mitschüler sollten Aufsätze über die vermeintliche Tierquälerei Carinas schreiben. Nach dem Wochenende musste die Zehnjährige sich neben die Lehrerin setzen und das Tribunal öffentlicher Denunzierung ertragen. Pädagogik wie im Mittelalter. Nein, nach diesen seelischen Grausamkeiten wollte das Kind nicht länger zu dieser Schule gehen. Inzwischen erhielt Carina an einer Realschule in einem anderen Stadtteil einen Platz.

"Die Kleine war fertig", schüttelt der Patenonkel nur den Kopf. "Das war Psychoterror!" Er half den polnischen Eltern beim Abfassen einer Dienstaufsichtsbeschwerde, die nach Arnsberg ging.

Für die Position der Gegenseite fand die "WR" genau einen Satz:

Schulleiter [...], den die WR in den Ferien erreichte, hält die ganze Sache für "aufgebauscht" und möchte auch unter Hinweis auf das schwebende Verfahren "nichts dazu sagen".

Die Kommentare unter dem Artikel im Online-Portal "Der Westen" der WAZ-Regionalzeitung deckten ein breites Spektrum von Meinungen ab: Mal war die Lehrerin eindeutig die Böse, mal die Eltern des Kindes. In jedem Fall waren sie, wie "Der Westen"-Kommentare immer sind: Laut, wild und ungestüm, manche mussten gar von der Redaktion entfernt werden.

Einen halben Tag später hatte die "Hamster-Affäre" die Aufmerksamkeit, die sich die "WR" gewünscht hatte: Der zuständige Regierungspräsident in Arnsberg schaltete sich ein und "Der Westen" titelte, der Lehrerin drohten Konsequenzen.

Regierungspräsident Gerd Bollermann hat schnell auf die "Hamster-Affäre" reagiert. Nach unserem Bericht über den extremen Fall von Mobbing an einer Realschule in Dortmund-[...] kümmert er sich persönlich um die Aufklärung der skandalösen Vorgänge. [...]

"Kinder dürfen nicht gemobbt werden", erklärt jetzt Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. "Ein respektvoller Umgang mit Schülerinnen und Schülern ist eine Selbstverständlichkeit. Kinder dürfen an unseren Schulen nicht bloßgestellt oder gemobbt werden".

Im letzten Moment muss dem zuständigen Lokalreporter Gerald Nill dann aber wieder eingefallen sein, dass die Unschuldsvermutung auch in diesem Fall gelten könnte, weswegen er die Vorwürfe ein wenig relativierte. Oder genauer: den Regierungspräsidenten die Vorwürfe ein wenig relativieren ließ.

"Falls sich die Vorwürfe bestätigen sollten, sind disziplinarische Konsequenzen nicht ausgeschlossen", stellt Arnsberg klar. Jetzt erhalte die Lehrerin aber die Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge darzulegen.

"Sollte sich das Verhalten der Lehrerin bestätigen, wäre dies pädagogisch nicht akzeptabel und bedarf einer intensiven Nachbereitung", macht RP Dr. Bollermann nachdrücklich deutlich. "Für mich steht der sensible Umgang mit den Kindern an erster Stelle."

In einem dritten Artikel verkündete der Reporter:

Die "Klärung" sah in seinen Augen so aus:

Die sogenannte "Hamster-Affäre" an der [...]-Realschule ist weitgehend geklärt. Nach einem mehrstündigen Gespräch mit dem Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann sind die Angehörigen, die eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen eine Lehrerin wegen Mobbings gestellt hatten, zufrieden.

"Wir haben mehr erreicht, als wir geglaubt hatten", erklärte Mittwoch der Patenonkel der zehnjährigen Carina, Christian [D.]. Er hatte die Westfälische Rundschau eingeschaltet, nachdem Carina wegen eines in die Schule gebrachten Hamsters schwer von einer Lehrerin gemobbt worden sein soll. Sie soll die Zehnjährige auf einen 6,5 Kilometer langen, noch unbekannten Heimweg geschickt haben, sie der Lüge "wie Dein Bruder" bezichtigt haben sowie Mitschüler Schmähaufsätze über die vermeintliche Tierquälerin schreiben und verlesen lassen.

Das Kind war danach zusammen gebrochen und musste an einer anderen Schule angemeldet werden. Als die Schulaufsicht dann noch nahe gelegt hatten, die Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Lehrerin fallen zu lassen, hatte der Patenonkel die WR eingeschaltet.

Das war schon ein Hauch Distanz mehr als in den vorigen Artikeln, aber an den Fakten konnte eigentlich immer noch kein Zweifel bestehen: Durchgeknallte Lehrerin misshandelt armes Mädchen. Die Lehrerin oder ihre Schulleitung kam gar nicht erst zu Wort.

Dann passierte etwas, was Nill und der "WR" so gar nicht in den Kram passte: Die Lehrergewerkschaft "lehrernrw" forderte den Rücktritt des Regierungspräsidenten:

"Wie im Zusammenhang mit der so genannten ‘Hamster-Affäre‘ eine Lehrkraft an den Pranger gestellt wird, ist ungeheuerlich", kommentiert Brigitte Balbach, Vorsitzende von "lehrer nrw", die Vorgänge an der [...] Realschule.

"Der Arnsberger Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann lässt zu, dass eine Lehrerin öffentlich gebrandmarkt wird. Er inszeniert sich als Kindesbeschützer, trifft sich höchstpersönlich mit den Eltern – aber mit der beteiligten Lehrerin haben bis jetzt weder er noch der zuständige Abteilungsleiter der Bezirksregierung gesprochen."

Gerald Nill, der den Fall bis hierhin für die "WR" begleitet hatte, fand die Forderungen der Lehrergewerkschaft "absurd", wie er in einem Kommentar anmerkte:

Worum ging’s? Eine Lehrerin, die eine Zehnjährige in Sippenhaft nimmt, ihre Aufsichtspflicht verletzt und Psychoterror im Namen des Tierschutzes anwendet. Am Ende muss gar das Ordnungsamt die artgerechte Haltung des Nagers begutachten. Wenn auch nur ein einziger Vorwurf davon stimmt, ist die Aufsichtsbeschwerde berechtigt.

Das ist sprachlich schon mal beeindruckend: Die Lehrerin "nimmt" das Kind "in Sippenhaft", "verletzt" ihre Aufsichtspflicht und "wendet" "Psychoterror" "an" — alles im Indikativ. "Wenn" nur einer dieser Vorwürfe nicht stimmt, hat die "WR" geschlampt.

Hat sie aber sicher nicht, denn:

Die WR ist sorgfältig vorgegangen. Sie hat vor der Veröffentlichung mit dem Schulleiter gesprochen. Sie hatte vor der Veröffentlichung die Stellungnahme der Aufsichtsbehörde in Händen. Und sie hat kein Tribunal veranstaltet und den Namen der Lehrerin bewusst aus der Geschichte herausgelassen.

Na dann.

Aber lassen wir den Mann grad noch ausreden:

Doch jetzt macht eine Lehrergewerkschaft ein neues Fass auf und fordert den Rücktritt von Dr. Gerd Bollermann. Die Lehrerin habe sich richtig verhalten. Es handele sich nämlich um einen Fall von Tierquälerei. Und jetzt wird’s absurd: Selbst eine Lehrergewerkschaft stellt das Wohl eines Nagers über das Wohl einer Zehnjährigen!

Die finale Schlussfolgerung ist perfide, denn auch hier setzt Nill es wieder als völlig gegeben voraus, dass die Vorwürfe stimmen und das Wohl des Kindes in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Dann wurde es auch bei der "WAZ"-Gruppe absurd: Nachdem auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW das einseitige Verhalten des Regierungspräsidenten kritisiert hatte, wechselte die Zuständigkeit der Berichterstattung plötzlich von der "WR" zur "WAZ" selbst. Und der neue Autor hatte plötzlich auch neue Fakten zur Hand:

Nach WAZ-Informationen stellen inzwischen neue Hinweise den [...] Schulstreit möglicherweise in ein anderes Licht. So soll das Mädchen von der Lehrerin keineswegs alleine auf den Heimweg geschickt worden sein. Auch sollen Mitschüler mit dem so genannten Raceball, in dem die Zehnjährige den Hamster transportiert hatte, auf dem Schulhof Fußball gespielt haben – bis eine Lehrkraft einschritt.

Am vergangenen Freitag nun vermeldete "Der Westen", dass die Bezirksregierung Arnsberg die Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Lehrerin "sorgfältig geprüft und als unbegründet zurückgewiesen" habe.

"Der Lehrerin, gegen die sich die Beschwerde der Eltern gerichtet hat, kann in dienstrechtlicher Hinsicht kein Fehlverhalten vorgeworfen werden. Gleichwohl werden wir den gesamten Geschehensablauf aber noch einmal mit der Lehrkraft und der Schulleitung reflektieren und in pädagogischer Hinsicht bewerten", betont Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann. Zu diesem Zweck werde die Schulabteilung der Bezirksregierung den Dialog mit der Schulleitung fortsetzen.

Das ist diese typische trockene Behördensprache. Klarer sind diese Ausführungen am Ende des Artikels:

Auch hatten sich im Nachhinein die Schilderungen des Patenonkels nicht belegen lassen. Die Eltern von Mitschülern hatten sich zu Wort gemeldet und den Sachverhalt anders dargestellt.

Der Text schließt mit folgenden Worten:

Ob die Lehrerin nun nach der für sie positiven Ermittlung eine öffentliche Entschuldigung bekommt, steht unterdessen auf einem anderen Blatt.

Ja, genau.

Mit Dank an Lisa und Robert F.

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