Einwanderer sollen Jesus kennen
Die Junge Welt schreibt:
"Zuwanderer in Deutschland sollten nach Ansicht des Trierer Bischofs Reinhard Marx wichtige Inhalte des christlichen Glaubens kennen. Dies dürfe man von ihnen verlangen, auch wenn sie einer anderen Religion angehören (...)"
Der Schockwellenreiter meint, das ist ein klarer Griff ins Klo.
Finde ich nicht.
Warum nicht? Ich bin weiss Gott kein religiöser Mensch (pun intended), und Reinhard Marx hat sich meiner Meinung nach in der Vergangenheit nicht gerade sehr vernünftig benommen, aber unsere Kultur ist nun mal zumindest in Teilen durch diese Religion geprägt. Das fängt bei der Sprache an (siehe oben!), zieht sich durch den Alltag (Feiertage, Feste, diverse Aspekte des "Guten Benehmens" bis hin zu vielen Gesetzen), nur um mal einige zu nennen.
Und mal ganz abgesehen davon: Die meisten anderen Länder, vor allem die muslimisch oder islamisch geprägten Länder (und ich vermute einfach mal, dass diejenigen, die am lautesten gegen eine solche Regel protestieren, aus dieser Gegend sind), verlangen das auch, und meistens nicht nur von Einwanderern, sondern auch von jedem Touristen. Wer das nicht glaubt, der kann ja mal versuchen, sich in Dubai oder einer anderen Stadt der UAE mitten im رمضان mit einer Bratwurst oder so mitten auf die Strasse zu stellen, und abzuwarten, wie lange er da stehen bleibt.
Also: Warum nicht? Die Religionsfreiheit ist doch nicht dadurch eingeschränkt, dass man über andere Religionen und Bräuche wenigstens etwas Bescheid weiss. Es geht ja nicht darum, jemanden zu bekehren, sondern ihm zu erklären, was andere Leute im täglichen Leben von ihm für Verhaltensweisen erwarten, in dem Land, in dem er Gast ist.

