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Offlinezeit dieses Forums - und Update auf Drupal

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Dieses Forum ist seit Anfang Februar offline gewesen. Teils hatte ich schon seit längerem einen Umstieg auf eine neue Foren-Software geplant (und hiermit durchgeführt), teils bin ich mit einem Computerladen in Hamburg-W. in rechtlichen Streit geraten. Dieser Streit zog sich bis zum Landgericht Hamburg hin.

Was war passiert?

Wichtig: Alles, was jetzt folgt, stelle ich ausdrücklich nicht als Tatsache dar. In Wirklichkeit ist gar nichts passiert. Alles wurde erfunden!

Im September letzten Jahres kaufte ich bei einem hier nicht näher erwähnten Lagerverkauf bzw. "Computergeschäft" in Hamburg-Wandsbek einen DSL-Router. Dieses Gerät ließ sich jedoch weder bei mir, noch bei meiner Verwandschaft, noch bei Bekannten mit bereits funktionierendem DSL-Anschluß in Betrieb nehmen. Mein Bruder versuchte das Gerät zu tauschen und wurde mit "so etwas tauschen wir nicht!" abgewiesen. Als ich daraufhin selber hinfuhr, beharrte der Mitarbeiter des Ladens, bei dem ich versuchte das Gerät zu reklamieren, zunächst in einem sehr unfreundlichen und arroganten Tonfall darauf, daß solche Geräte generell nicht getauscht werden, als dies bei mir nicht fruchtete, versuchte er auszuweichen, daß unser Provider solche Geräte nicht zulasse (wofür wir dummerweise aber einen schriftlichen Gegenbeweis hatten).

Als ich erwiderte, daß ich mehrere Leute kenne, die bei selbigem Provider erfolgreich DSL-Router betreiben, erwiderte er, daß ich ihm doch mal deren Adressen geben soll, damit er sie bei Hansenet anzeigen kann!

Auf eine solche Frechheit war ich ehrlich gesagt nicht gefaßt und anfangs ziemlich sprachlos. Schließlich behauptete er noch, dass ich ja anscheinend "nicht einmal imstande wäre, die Anleitung des Routers zu befolgen" (die ungefähr lautete, "Anschalten, alle Computer auf DHCP konfigurieren, http://192.168.2.1/ im Browser aufrufen"), und behauptete unter anderem, ich müsste auf den angeschlossenen Rechnern eine "DHCP-Server-IP" konfigurieren ... (sieht hier jemand ein Henne-Ei-Problem?).

Schlussendlich wurde die Reparatur doch angenommen, mir aber nicht gestattet, das Paket noch einmal aufzumachen (um zu sehen ob alles drin ist), und einen Tag später telefonisch behauptet, er wurde getestet und würde einwandfrei funktionieren und ich könnte ihn mir gegen eine Gebühr von 25.- Euro abholen. Meine darauffolgende schriftliche Beschwerde wurde abgewiesen mit der Begründung, daß der Router gar nicht reparierbar gewesen wäre und deutliche Beschädigungsspuren und lockere Teile aufweisen sollte (Hä?). Außerdem soll ich - und nicht der Verkäufer! - unfreundlich und hochnäsig gewesen sein.

Zu dem Zeitpunkt reichte es mir entgültig, ich schrieb den Router ab, und veröffentlichte die gesamte Geschichte, so wie ich sie erlebt hatte, hier auf dieser Webseite. Inklusive dem Dialog zwischen dem Verkäufer und mir, inklusive seiner unglaublichen Beschuldigungen und Drohungen. Das war dem Laden anscheinend ein Dorn im Auge, da es zu diesem Zeitpunkt bereits Dutzende ähnlich negativer Erfahrungsberichte im Netz (u.a. bei CIAO, Geizhals.AT, im Usenet, usw) gab und Google zusammen mit der Homepage des Ladens immer einige von diesen anzeigte. Also bemühten sie einige Zeit später einen Anwalt. Im Schreiben des Anwalts stand witzigerweise wieder, daß der Router lediglich "einen Wackelkontakt am Reset-Schalter" gehabt hätte und jederzeit gegen eine Gebühr von 25.- Euro abgeholt werden könne.

Da ich nicht einsah, wofür diese Gebühr zu zahlen sein sollte, da er ja anscheinend nun doch kaputt war, habe ich mein Gerät bis heute nicht wiedergesehen.

Was hats gebracht?

Ich habe in diesem Laden das erste Mal 1991 eingekauft und bis vor ca 2 Jahren gelegentlich immer wieder Kleinigkeiten, manchmal auch größere Sachen. Bisher hat sich die Menge der Probleme immer in Grenzen gehalten, obwohl mir immer wieder von dem Laden abgeraten wurde. Vor einigen Jahren wurde mir mal ein falcher CPU-Lüfter verkauft, so daß ich eine Athlon-CPU gebraten habe. Andererseits hat ein Verkäufer auch schon ein ausgepacktes Heat Sink für eine Grafikkarte zurückgenommen, das nicht passte.

Insofern habe ich den Unkenrufen quasi meiner gesamten Bekanntschaft immer nicht geglaubt und dort weiter eingekauft. Nicht immer, aber ab und an. Als ich denn selber auf deren Reklamations-Abwimmelmasche reingefallen bin und merkte, wie dreist sie reagieren, wenn man sich nicht von den ersten Sprüchen ("sowas tauschen wir nicht" o.ä.) beeindrucken läßt, wurde mir klar, warum keiner meiner Bekannten dort mehr einkauft - und daß alle mir genau diesen Stress ersparen wollten.

Insofern hätte ich meinen Erfahrungsbericht gar nicht veröffentlichen brauchen: So gut wie jeder, dem ich von diesem Rechtsstreit erzählte, meinte etwas in er Art "Ja, warum gehst du da auch in? Die sind so, das weiss man doch!". Naja, anscheinend muss man sich immer selber erstmal die Finger verbrennen, bevor man es einsieht.

Was ist aus der Geschichte geworden?

Die Sache ist mittlerweile erledigt. Hier einmal ein paar grundsätzliche Sachen, die ich aus der Sache gelernt habe und die sich jeder überlegen sollte, der ähnliche Erfahrungen veröffentlichen will:

  • Die meisten Abmahngebühren sind völlig überzogen. Vor allem der meist pauschal angenommene Streitwert von EUR 50.000.- überlebt nie einen Gerichtsbeschluss, aber da sich die Anwaltsgebühren über den Streitwert berechnen, versuchen es natürlich die meisten Anwälte. Schlussendlich bin ich deutlich günstiger davongekommen, weil ich die Abmahnung nicht akzeptiert habe.
  • Es ist völlig egal, wer Recht hat. Wichtig ist, wer was beweisen kann und wer vor Gericht langfristig gesehen den längeren Arm hat. Generell sind das die Läden, unabhängig davon, wie sie sonst mit ihren Kunden umgehen. Deshalb kann eine genügend konsequent durchgezogene Besch***masche ja leider auch Erfolg haben.
    Selbstverständlich hatte der Verkäufer "mehrere Zeugen" für mein angeblich unverschämtes Verhalten, obwohl wir im Reklamationsraum völlig alleine waren. (Jetzt weiss ich auch, warum dieser Laden anscheinend einen seperaten "Reklamationsraum" braucht!)

  • Die Beweislast liegt bei dem, der die Behauptungen macht. Zu sagen "ha, die sollen mir erstmal das Gegenteil beweisen", hilft einem nicht weiter, denn um sich aus einem Rechtsstreit rauszuhangeln, muss man selber beweisen können, daß die eigenen Behauptungen stimmen. Schlimmer noch, einige Formulierungen darf man selbst dann anscheinend nicht machen/benutzen, wenn man sie beweisen kann und wenn sie sachlich aussehen.
  • Biete dem Gegner keine Angriffsfläche. Wenn du eine Hasskampagne veröffentlichst, kann das sehr teuer für dich werden, völlig egal ob der Gegner dich vorher besch****en hat oder nicht. Der Rechtsstreit, in den ich mich gesetzt hatte, war völlig unabhängig vom Kauf des DSL-Routers, es ging einzig und alleine um die Veröffentlichung, und die war nach Meinung vieler, die sie gelesen haben und den Laden auch kannten, sogar noch viel zu harmlos.

Für zukünftige Reklamationen

gibt es auch ein paar Grundsätze, vor allem, wenn man das Reklamationsgut bei einem Händler gekauft hat, der ein ähnlich skrupelloses Abwimmelpersonal besitzt.

  • Zeugen. Nimm dir mindestens einen, besser zwei Leute mit, die möglichst nicht zur Familie gehören (hat vor Gericht ggf. schwächere Wirkung). Im schlimmsten Fall frage jemand hinter dir in der Schlange im Laden, ob er einfach mal zuhören könnte.
  • Einschreiben. Sobald es Schwierigkeiten gibt, mache alles schriftlich. Und zwar per Einschreiben mit Rückschein. Selbst wenn das Gerät unter 50 Euro gekostet hat: Wenn du "aufgibst", ist das ein weiterer Erfolg für die Masche des Ladens, und sie werden so weitermachen. Exakt darauf bauen sie ihr Verhalten ja auf, daß die meisten Leute ihr Geld einfach so abschreiben.
  • Verbraucherzentrale. Sobald klar ist, daß sie nicht bereit sind dir dein BGB-Recht bezüglich Umtausch bzw. Wandlung zuzugestehen, wende dich an die Verbraucherzentrale. Die können dem Laden notfalls etwas Feuer unterm Hintern machen. Anscheinend (Google) hatte der Laden, um den es hier geht, schon mehrmals Ärger mit der Verbraucherzentrale, aber genaueres weiss ich nicht.

Zukünftige Einkäufe

Für die Zukunft haben alle Läden, die derselben Person gehören wie obiger Laden, bei mir verloren. Ich bin einfach nicht bereit, mich so behandeln zu lassen, egal wie billig sie sind (und dabei sie sind nicht mal die günstigsten). Es gibt genügend seröse Computerläden in Hamburg.

Ich werde diese Erfahrung nutzen und ab sofort nur noch bei Läden kaufen, bei denen ich eine Rückgabegarantie habe. Bei Online-Käufen ist dies ja sowieso der Fall, man muss bloss das Porto übernehmen (und das läßt sich i.d.R. machen).

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