Upgradezeit - SuSE 9.2 auf 9.3
Seitdem ich auf der Arbeit immer die neusten SuSE-CDs zur Verfügung habe (wir machen ungefähr jede zweite oder dritte Upgrade-Welle mit), und ich auch auch zuhause auf SuSE gewechselt bin, ist ein System-Upgrade so ca halbjährlich angesagt und kein wöchentliches apt-get upgrade mehr.
Aufgabe: SuSE 9.2 mit einem Haufen Zeugs aus externen Quellen wie Packman und APT (siehe SuSE Systemtipps auf meinem Wiki) auf Version 9.3 upgraden. Die DVD habe ich hier.
Lizenz
Ganz neu: jetzt muss man die Novell-Lizenz akzeptieren, bevor man irgendetwas installieren kann. Die sagt aber nichts neues aus - man darf SuSE kopieren und innerhalb der eigenen Organisation so oft installieren wie man will, aber Support gibt es nur für einen Rechner bzw. eine Person. Man darf keine Kopien verkaufen und/oder bundeln, ohne einen seperaten Vertrag.
Update
Mein SuSE 9.3 will 758 Pakete aktualisieren, 73 neu installieren und 25 löschen. Ich sehe mir das genauer an (auf "Pakete" klicken). Da kommt ein Warnungsfenster, dass meine Root-Partition zu 101% belegt ist - bzw. wäre, wenn ich die Installation jetzt so fortführen würde (denke ich mal). Aber etwas verwirrend ist das schon. :-)
Mit knapp 70 Paketen bestehen Konflikte. Alle sind ausnahmslos RPMs aus externen Quellen, wie z.B. PackMan und ähnlichen. Darunter sind MPlayer, Video-DVDRip, xine, VLC und noc einige andere. Die müssen nach dem Upgrade einfach neu eingespielt werden - die Quellen für SuSE 9.3 gibt es schon. Aber wenn man hier fast alle konfliktierenden Paketen einfach den "Geschützt"-Status raubt (den SuSE standardmässig auf Pakete setzt, die der Distribution nicht bekannt sind) kommt man hier sauber raus.
Aber hier könnte SuSE von vonherein anbieten, dass man - wenn bekannt - neue externe Quellen vor dem Update angibt, und die dann mit einbezogen werden. Das kann Debian noch besser.
Jetzt habe ich aber trotzdem ein ernstes Prob lem: meine Root-Partition ist quasi voll. Der unbedarfte Anwender würde jetzt neustarten, sein altes System hochfahren, anfangen aufzuräumen (Programme löschen usw) und wieder neustarten. Man kann das aber auch über die Textkonsole machen, dann spart man sich den Reboot. Es stellte sich heraus, dass ich zwei CD-Images in /tmp, ca 1GB alte Kernelquellen in /usr/src und eine alte chroot-Umgebung zum Kompilieren in /var/tmp hatte. Schwupps, waren 3GB wieder frei.
Mehr Lizenzen
Nach dem Bestätigen des "ja, ich will jetzt upgraden" Dialogs kamen noch zwei Lizenzbestimmungen zum Bestätigen: eine von flash-player und eine von GraphViz. Um 20:45 startete ich dann das Update, und wandte mich wieder meinem Mac zu. :-)
21:16: Er startet neu. Bootzeit bis zum YaST ca 90 Sekunden, wobei fast 20 dafür für mein lahmes BIOS draufgehen (und das SATA-Plattenerkennen). Ich bekomme ein Online-Update angeboten, das ich dann auch starte. Es gibt bereits 8 Sicherheitsupdates und 15 Bugfixes für SuSE 9.3. Zusätzlich gibt es vier Multimedia Option Packs, welche anscheinend Funktionalitäten nachrüsten, die nicht auf DVD geliefert werden durften (aufgrund von Softwarepatenten beispielsweise). Sie rüsten z.B. Codecs für MP3-Player und Videoplayer nach. Ich installiere alle vier, man gönnt sich ja sonst nichts.
Auch der NVIDIA-Treiber wird über Online-Updates installiert. (Der ATI-Treiber wird witzigerweise auf DVD mitgeliefert.) Das Online-Update dauert (mit meiner 1500kbps DSL-Leitung) etwa 10 minuten, weitere 10 zum Installieren. Danach wird sofort der Standard-Desktop hochgefahren und soweit ich sehen kann, wurden alle meine Einstellungen prima übernommen.
Was ist anders?
Die Release-Notes sagen etwas über die Umstellung auf MIT Kerberos statt Heimdal, etwas über ein Problem beim Einbinden verschlüsselter Partitionen (man soll vorher das Online-Update laufen lassen!) und das Update stellt wieder das verdammte UTF-8 an, obwohl ich es absichtlich abgeschaltet hatte. Es ist für Neuinstallationen sinnvoll, aber für bestehende Installation mit bestehenden Daten im alten Format ist es lästig.
SuSE 9.3 ist überhäuft von Novell-Branding, das man aber - bei einem Update - kaum sieht. Die Installation sieht "sauberer" aus (sowohl Boot-Bildschirm, als auch Loginmanager, als auch KDE-Startupscreen sind identisch vom Layout) und es wird beim Booten der Displaymanager sehr früh gestartet, so daß ich nach knapp 60s Bootzeit meinen Desktop bereits vor mir habe. Wenn man den Login-Bildschirm anzeigt, wird im Hintergrund bereits das meiste von KDE vorgeladen, so daß es schnell da ist. Das scheint gut zu funktionieren.
KDE 3.4.0 und dessen typische Neuerungen sind natürlich dabei. Gegenüber den KDE-Updates für ältere Versionen ist nicht soo viel anders, vor allem die Medien-unterstützung hat sich verbessert. Alle Medien (CDs, DVDs, Wechselplatten usw) werden jetzt unter /media/$LABEL eingebunden und sind bei KDE unter media:/$LABEL verfügbar. Alle Laufwerke bekommen "sinnige" Namen (RootVolume, Label, oder z.B. "160G Festplatte"), dank DBUS/HAL Unterstützung, die bei früheren SuSE Versionen ja noch nicht enthalten war. Das neue "remote:/" (Netzwerkdienste) Protokoll unterstützt Rendezvous zum automatischen Finden von Diensten im Netzwerk, das altbekannte LISA, Samba/Windows Shares, und SLP - und kann sich benutzte Verknüpfungen merken.
Der Rest ist ein Standard SuSE 9.3. Darüber gibts im Netz genügend Berichte - mir ging es hier nur darum, ob das Update sauber lief, und das scheint es getan zu haben, zumindest läuft noch alles was ich sehen kann.Und - witzigerweise - sind jetzt nicht wirklich weniger Gigabytes frei als vor dem Upgrade, obwohl SuSE sich beschwert hat. Naja, wahrscheinlich haben sie während der Installation allen möglicherweise belegten Platz ausgerechnet, ein worst-case Szenario sozusagen.
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SuSE 9.3 und VMware
VMware benötigt für SuSE 9.3 einen Patch für VMware 4.5.2: http://ftp.cvut.cz/vmware/vmware-any-any-update90.tar.gz
Sonst läßt sich der 'vmnet' Treiber nicht laden.
Achtung: die Datei heißt
Achtung: die Datei heißt jetzt vmware-any-any-update93.tar.gz
Danke für den Hinweis!
War schon ein blöder Fehler, dass bei passenden Kernel-Sourcen der frisch kompilierte Treiber nicht geladen werden konnte...
und wie geht das mit dem Patch ??
Hallo, ich möchte gerne auf Suse 9.3 vmware 4 installieren. Aber das klappt nicht. Jetzt habe ich mir oben angegebenes Patch-File herunter geladen. Aber leider weiß ich nicht genau, was ich jetzt damit machen soll. Kannst Du vielleicht genauer erkären, was da gemacht werden muss? Bin noch ziemlich neu beim Linuxen und kenne mich noch nicht so besonders gut aus!!
Viele Grüße
Biiiti
So geht das:
Kopiere den Inhalt des Archivs in irgendein Verzeichnis (z.B. mit dem Standard-Filemanager von KDE, Konqueror), starte dort eine Shell (F4 drücken) und starte das Installationsskript:
./runme.pl
Danach kannst du das ausgepackte Zeugs wieder löschen.
Medienverwaltung ist buggy
Die Medienverwaltung (dh. Wechselplatten, CD-Laufwerke, Kameras, etc) ist, obwohl nett gemacht, etwas buggy. Manchmal werden Medien nicht korrekt entfernt und KDE hat noch seine Probleme, mit halb defekten Medien (CDs mit Lesefehlern) umzugehen. Heute ist mir Konqueror mit einer CD vier mal in Folge abgestürzt, immer an einer bestimmten Stelle.
Ausserdem ist mir mein YaST aus einem unerklärlichen Grund auf Englisch gerutscht, obwohl ich die deutschen Pakete explizit noch einmal installiert habe und auch Deutsch ausgewählt habe. Dies jedoch nur auf einem Rechner (Update von 9.1).
Ansonsten sieht alles sauber aus - sämtliche Hardwarekonfiguration wurde übernommen und es funktioniert auch noch alles. Alle Programme wurden auch vernünftig aktualisiert. Bisher ist mir noch nichts weiter aufgefallen.
Hat sich erledigt
Seit dem letzten Upgrade funktionieren Wechselmedien wieder wunderbar. Ich habe hier ständig mit Kameras, USB-Sticks und Wechselplatten zu tun, ich habe keinerlei Probleme mehr.


DANKE!!
Vielen Dank für Deine Antwort! Sorry, dass ich mich erst jetzt bedanke. Ich hatte die letzten Wochen einfach keine Zeit zum computern. Ich werde das diese Woche noch ausprobieren!!