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Grundrecht auf Ballerei

Als ob das Grundrecht auf Waffenbesitz noch nicht genug wäre: Jetzt dürfen die Amis (in Florida) sogar legal Streitigkeiten mit der Waffe schlichten, nach dem Motto "Ziehen Sie zuerst" bzw. "Verteidigen Sie Ihren Raum". Die Befürwörter dieses Gesetzes meinen, damit würden potenzielle Streithälse sich früher überlegen, ob sie einen Streit anfangen.

Was die Befürwörter vergessen, ist daß die "potenziellen Streithälse" meist diejenigen sind, die am ehesten mit einer Knarre rumlaufen - und jetzt dürfen sie sie sogar ganz legal zur Provokation benutzen. Oh Mann, die Amis. Da wundert es schon gar nicht mehr, daß Bush das Gesetz für ein Werk des "gesunden Menschenverstandes" hält ...

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Sowas halte ich auch

Sowas halte ich auch deutlich für übetrieben. Wenn ich mir so manche Personen anschaue und deren Aggressivität in Streitsituationen - wenn die dann noch eine Waffe in die Hand bekommen......
Von daher ist das in Deutschland schon recht gut geregelt, wobei ja bekanntlich alles was in den USA passiert, 15 Jahre später hier auch sein soll. Hoffen wirs nicht...

Du solltest nicht alles

Du solltest nicht alles glauben, was die deutsche Presse über die USA schreibt. Die meisten Meldungen werden aus der amerikanischen "Liberal"-Presse abgeschrieben, und die schreibt genausowenig die Wahrheit wir die rechte Bush-hörige Presse.

Die Wahrheit liegt meist nicht einmal dazwischen, sondern ganz woanders. ;)

Die Gesetzesänderung in Florida schaffte lediglich die "Duty to retreat" ab, die Pflicht zum Rückzug. Diese Pflicht gibt es im deutschen Notwehrrecht übrigens NICHT, da gilt der Grundsatz "Recht braucht unrecht nicht zu weichen".

D.h. man trägt legal eine Waffe und wird bedroht, durch das neue Gesetz darf man die Waffe frühzeitig ziehen und durch DROHEN den Angriff abwehren. In solchen Situationen kommt es meist nicht zum Schuss (zum Glück für alle Beteiligten).
BISHER stellte das Gesetz das Ziehen der Waffe unter Strafe, auch wenn man bedroht wurde. Man war verpflichtet, davonzulaufen, evtl sogar andere Opfer zurückzulassen.
Das war eine sehr Opferunfreundliche Rechtssituation, findest Du nicht?

Es ist auch erwiesenermaßen falsch, dass die "potentiellen Streithällse diejenigen sind, die mit einer Knarre rumlaufen". Die Statistik sagt was anderes: Legalwaffenträger in den USA begehen prozentual viel weniger Mord- und Körperverletzungsdelikte als die Gesamtbevölkerung.

Klar, für einen Deutschen ist ein Waffenträger gleich ein bekloppter Cowboy mit Mordgelüsten, aber in den USA wird die Waffe einfach nur als Mittel gesehen, das Recht auf Körperliche Unversehhrtheit zu verteidigen.
Waffengegner fragen dann sofort nach dem Recht auf körperliche Unversehrtheit des Angreifers: Nun, das wird sowohl im amerikanischen als auch im deutschen Recht der körperlichen Unversehrtheit des Opfers untergeordnet.

Nochwas zu den Waffenträgern: Es sind zu einem großen Teil auch angehörige von Minderheiten, Frauen, Schwule, ... die in den USA einen "Concealed Carry Permit" beantragen (und auch bekommen). Wenn auch nur ein kleiner Prozentsatz dieser Leute bewaffnet ist, besteht für Angreifer, Vergewaltiger, etc. ein kleines Risiko der Gegenwehr. Dieses Risiko nützt allen, nicht nur den Waffenträgern, da die Verbrecher ja nicht wissen, wer bewaffnet ist und wer nicht.

In der Schweiz ist übrigens die Vergewaltigungsrate stark gestiegen, seitdem das Waffentragen für normale Bürger erschwert wurde.

Naja..

Du stellst das etwas anders da als die Nachrichten, die ich dazu bisher gelesen habe. Wem soll ich jetzt mehr glauben? :-)

Dass Legalwaffenträger viel weniger Morde begehen als der Rest, kann auch daran liegen dass der "Rest" aus illegalen Waffenträgern besteht. :-) Was ich meine, ist daß das legale Beschaffen von Waffen auch das illegale Beschaffen deutlich vereinfacht, weil die Dinger halt "überall rumliegen". Das ist sowohl übertragen als auch wörtlich gemeint - in den USA findet man in vielen Haushalten das Gewehr des Vaters einfach an der Wand hängen, und auch öfters mal eine Pistole im Nachtschrank.

Und rein vom gesunden Menschenverstand her: jemand, der mit einer Waffe rumläuft, erwartet / befürchtet doch eher einen Konflikt, als jemand, der ohne Knarre rumläuft, oder? Wofür bräuchte er sie denn sonst?

Wenn zudem Minderheiten Waffen brauchen, um ihre Grundrechte durchzusetzen und sich nicht willkürlichen Gewalttaten auszusetzen, d.h. für die Verteidigung gegen z.B. einen Vergewaltiger Sachen wie Pfefferspray und ähnliches nicht mehr ausreichen ... dann ist das doch eher ein Zeichen dafür, dass es noch größere Probleme in der Gesellschaft gibt, als die vielen Waffen.

Noch einmal zur Verdeutlichung: Ich bin nicht gegen Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen. Ich bin gegen die Tatsache, dass so viele Leute mit tödlichen Waffen rumlaufen. Das Risiko der Fehlbedienung im Ernstfall ist einfach zu gross - z.B. ist es zehnmal wahrscheinlicher, dass ein Einbrecher dich verletzt, wenn du eine Waffe hast, als wenn du keine hast.

Meinetwegen kann jeder sich ein Pfefferspray oder Betäubungspfeile in die Hosentasche stecken. Fehlbedienung eines Pfeffersprays - oder das Treffen des falschen - ist schlimmstenfalls Körperverletzung.

Einen Herz- oder Kopfschuss kann man dagegen nie wieder rückgängig machen.

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